Namibia – Swakopmund

Nach dem entäuschenden Sonnenuntergang vom Vortag, wurde ich am Morgen kurz nach 8 von ‘Living Desert Adventures’ abgeholt. Ich bin nicht so der Typ der organisierte Touren macht, aber manchmal lernt man so innert kurzer Zeit von lokalen Guides viel Nützliches. Zudem darf man den Dorob National Park nur zu Fuss betreten, während diese lokalen Anbieter mit ihren 4×4 Fahrzeuge vorgegebene Strecken abfahren dürfen.
Der Morgen präsentiert sich sehr neblig, fast unfreundlich, doch das ist hier an der Küste über 300 Tage im Jahr so. Ohne diesen Nebel wäre dieser Küstenabschnitt tot, denn das wenige Wasser (ca. 40mm pro Jahr) erlaubt es den Pflanzen und Tieren hier überhaupt zu überleben.

Nachdem der Druck in den Reifen reduziert ist, gehts los. Anfangs noch im ‘Flussbett’ des Swakop dann immer mehr rein in die Dünen. Einer der zwei Führer gibt uns eine sehr interessante Einführung in das Leben in dieser Wüste, während der Andere sich auf die Suche nach interessanten Bewohnern macht.

Und tatsächlich, entdeckt er ein Namaqua Chameleon in einem Dollarbusch:

Namib Chameleon
Namib Chameleon, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Wärend wir es beobachten ändert es auch promt seine Farbe. Es gibt einen Mehlwurm vom Guide und so sehen wir auch seine einzigartige Jagdmethode:

Namib Chameleon
Namib Chameleon, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Leider ist es schwierig ein gutes Foto zu machen, das es sich zwischen den Ästen bewegt. Angefasst wird es nicht, denn zu gross ist die Gefahr, dass der Geruch später von Schakalen aufgenommen wird.

Die Mehlwürmer locken promt auch einen kleinen Vogel an:

Flycatcher
Flycatcher, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Flycatcher
Flycatcher, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Nun zu einem Wüstenbewohner der eigentlich nachtaktiv ist…. Die beiden Führer zeigten auf verschiedene kleine ‘Höhlen’ im Sand und erklärten, das diese von Gekkos bewohnt sind, zumindest diejenigen deren Eingang verschlossen ist. Bei einem besonders vielversprechenden Eingang began der Guide mit den Händen sorgfältig zu graben. Und nach einer Weile hatte er tatsächlich einen kleinen Namibgecko, auch Schwimmfußgecko genannt in der Hand und präsentiert ihn auf dem Sand der Düne wo ich diese Fotos machen konnte:

Namibgecko
Namibgecko, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Also hier gilt: Wildlife, schwer beeinflusst! Alle Bilder die man von diesen Tieren sieht, sind so entstanden, da man diese Tiere tagsüber schlicht und einfach nie zu Gesicht bekommt. Etwas das ich vorher auch nicht wusste.

Namibgecko
Namibgecko, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Nachdem die Fotosession zu Ende war wurde der Gecko wieder an den Fundort gebracht, wo er sich nach einer kleinen Pause dann promt auch wieder eingrub, wo er den Tag geschützt vor der kommenden Hitze, verbringen wird.

Nun, die ‘Tanzende weisse Lady’ wurde uns nicht gezeigt. Der Grund lag darin, das um diesse Jahreszeit diese Spinnen in Ihren Nestern sind und sich um den Nachwuchst kümmert. Da diese Tiere auch Nachtaktiv sind muss man sie ausgraben um sie den Touristen zeigen zu können, und das würde das Gelege zuerstören. Aus diesem Grund werden diese Tiere in Ruhe gelassen

Eine Schaufelmauleidechse hingegen konnten wir beobachten, allerdings nur relativ weit weg, hier konnte ich mein 100-400mm voll ausnutzen, die Touristen mit ihren iPhones hatten hier eindeutig das nachsehen :

Schaufelmauleidechse
Schaufelmauleidechse, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Diese Eidechsen sind bekannt dafür, dass sie auf dem heissen Sand die Füsse immer wechselseitig anheben. Allerdings konnten wir das nicht beobachten, da am frühen Morgen der Sand noch nicht so heiss geworden ist.

Der Nebel begann langsam sich aufzulösen, die Sonne dominierte den Himmel erst so gegen Mittag.

Eine Zwergpuffotter konnten wir auch nicht entdecken, dafür eine Gehörnte Puffotter, was nicht weniger spannend war. Sie lag versteckt zwischen den trockenen Ästen in einem kleinen Busch zwischen den Dünen. Die meisten von uns hätten sie selbst kaum entdeckt, so gut getarnt ist dieses schöne Tier:

Hornnatter
Hornnatter, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia
Hornnatter
Hornnatter, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Hier kamen auch die ‘iPhone Fotografen’ wieder zum Zug, allerdings nur in dem sie das Mobiltelefon für das Foto dem Guide überliessen. Dieser wollte kein Risiko eingehen, der Biss ist zwar nicht tödlich, aber extrem schmerzhaft und würde auf alle Fälle den Rest des Urlaubs, sagen wir mal, ungünstig beinträchtigen
Wieder kam mein 100-400 und mein 180er Makro zum Einsatz, allerdings auch nicht ohne Hindernisse, Hindernisse in Form von verschiedenen Ästen die immer irgendwie die Sicht einschränkten.
Schlussendlich konnte ich mich dann noch in eine bessere Position (überall war irgend ein Ast im Weg) bringen, wo mir mit dem 180mm Macro diese Aufnahme gelang.

Hornnatter
Hornnatter, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

Leider immer noch einen ‘Tick’ zu viel von hinten, aber immerhin.

Die Dünen waren aber auch landschaftlich ein Highlight…

Dünen im Dorob National Park
Dünen im Dorob National Park, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

und das trotz fortgeschrittener Tageszeit mit hochstehender Sonne (es war nun bereits gegen Mittag), der Nebel löste sich auf und es wurde langsam wärmer.

In dieser Gegend wird es im Sommer nie all zu heiss, die kalte Meresströmung und der allmorgendliche Nebel sorgen dafür. Trotzdem waren die 20 Grad angenehmer als die Minus-Temperaturen die zur gleichen Zeil hier in Europa zu spüren waren.

Safarifahrzeuge in den Dünen des Dorob Nationalparks
Safarifahrzeuge in den Dünen des Dorob Nationalparks, aufgenommen im März 2018. Swakopmund, Namibia

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